Pressemitteilung
Im Verlauf des Deutschen Motorschirm Pokals wurde die praktische Eignung von elektrisch betriebenen Motorschirmen im Flug erprobt.
Für das Erreichen der besten Leistungsdaten war von der Fa. Helix-Carbon GmbH ein Preisgeld in jeweils drei Kategorien ausgelobt worden.
Erreichung der höchsten Flughöhe
Überwindung der größten Distanz
Beste bodennahe Handhabung
Angereist waren am Mittwoch den16.5.2007 zwei Teams mit flugfertigen Geräten und ein Team aus Frankreich mit einem Lauffähigen aber noch nicht einsatzbereiten Motor.
An diesem Tag wurden mehrere Demonstrationsflüge mit beiden Geräten durchgeführt die eindrucksvoll belegten wie leise diese Art der Motorisierung arbeitet.
Auch das Vergnügen mit einem 14m² Spezialgleitschirm der Fa. Nova um die Ecke zu fliegen war dem Testpiloten Walter Holzmüller leicht anzusehen.
Zum Wettbewerb angetreten waren zwei technisch sehr unterschiedliche Konstruktionen:
Team Helix mit einem eher traditionellen Gleichstrommotor als Scheibenläufer und nominell hoher Kapazität (1764 wh) montiert in einem Fresh-Breeze Rückenrahmen. Gewicht 31,5kg.
Team Dr. Ing. Werner Eck mit einem bürstenlosen Drehstrommotor und einer sehr auf Höhenflug ausgerichteten gewichtsparenden Bauweise (20kg). Kapazität (1230 wh)
Beide Antriebe verzichten auf die sonst üblichen energiefressenden Getriebeuntersetzungen und treiben den Propeller direkt an.
Zur Ermittlung der weitest fliegbaren Distanz wurde am Donnerstags ein Pylonen-Rennen außen um die Startbahn des Flugplatzes Crawinkel durchgeführt. Die zwei gegeneinander antretenden Motorschirme sollten gleichzeitig starten und dann möglichst viele Runden in niedriger Höhe absolvieren.
Nach kleinen Startproblemen beim Team Eck, (es war nahezu Windstille) hatte Pilot Richard Krüger-Sprengel vom Team Helix daher bereits schon 2 Runden Vorsprung bis beide in der Luft waren. Nach der 5-ten Runde ging ihm dann auch der Saft aus.
Pilot Andreas Kolb flog noch weiter und absolvierte 4 Runden und schied dann aber mit technischem Defekt (eine sehr dekorative Rauchfahne erstreckte sich bis zu seinem Landepunkt) vorzeitig aus. Da der Antrieb für den reinen Steigflug konzipiert ist tat es sich schwer mit der Reglung im Teillastbereich und überhitzte im langen Geradeausflug.
Freitag wurde im Rahmen der Deutschen Meisterschaft im Motorschirmfliegen der Parcours für den Wettbewerb des „clover leave slalom“ das sogenannte Kleeblatt-fliegen aufgebaut.
Dabei wird ein kleeblattförmiger Weg in geringer Höhe auf die schnellste Zeit hin abgeflogen. Die Typische Flugzeit bei dieser Aufgabe liegt zwischen einer und zwei Minuten.
Da diese Aufgabe auch bei den Meisterschaftspiloten wegen doch zu starkem Wind gestrichen wurde verzichteten auch die „ Elektrischen“ auf diesen Durchgang.
Samstag, nachdem die Thermik gegen 19.00 Uhr endgültig eingeschlafen war, konnte die erreichbare Flughöhe dann optimal ermittelt werden.
Team Eck hatte den technischen Defekt im Regelsystem leider nicht so schnell beheben können, so dass nur Team Helix im Rennen verblieb. Aus dem reichen Fundus des Propellerherstellers kam nun im Gegensatz zum vorher verwendeten 120cm Propeller ein recht großer, sehr schmaler Propeller mit 180cm Durchmesser zum Einsatz.
Pünktlich zum ersten Startversuch war denn auch der letzte Rest an helfendem Wind verschwunden und Walter Holzmüller hatte es nicht leicht mit dem besonders großen Propellerkäfig überhaupt ausreichend schnell laufen zu können.
Ähnlich dem Weltumrundungsflug des Voyager-Projekts, dort wurden beim Start die Winglets der Tragflächen am Boden komplett abgeschliffen, kürzte Holzmüller den Propeller während des Laufens unfreiwillig am Käfig um jeweils 6 cm ein.
Mit einer kleinen „Instant-Reparatur“ konnte Krüger-Sprengel die Blattspitzen dann aber wieder Einsatzfähig aufarbeiten. Dank an der Stelle für die spontane Zurverfügungstellung des Taschenmessers aus den Reihen der Fachpublikums.
Letztlich klappte der Start mit einem Hochleistungsschirm der Fa. Nova dann doch.
Beeindruckend war die sofort zu erkennende große Steigrate ( 2,2 m/sec) bei doch sehr angenehmer Geräuschentwicklung. Während des nun 22 Minuten andauernden Fluges entschwand der Pilot bis fast an die geschlossene Wolkenbasis.
Die Höhe von 838m über Grund ist so als das Maß der Dinge ermittelt.
Start, Mitschnitt Filmchen in AVI
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